Start-up BW Elevator Pitch Landeswettbewerb für Gründerinnen und Gründer
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Solidus - Home of Sharing (eingereicht für: Stuttgart)

Solidus - Home of Sharing

Über das Projekt:

Solidus soll das erste physische Sharing-Zentrum Deutschlands werden. Eine Symbiose aus Wohnraum, Güter- und Wissens-Sharing, Repair-/Recyling Werkstätten und Food-Sharing Küchen sollen den notwendigen gesellschaftlichen Wandel zu einem ressourcenschonenden gemeinschaftlichen Leben vorleben, zum Mitmachen anregen und somit weiter vorantreiben.

Das Team

Andre Angelstorf, geboren am 07.07.1989 ist Master of Science in Architektur der HFT Stuttgart. In seiner Masterarbeit beschäftigte er sich von wissenschaftlicher, als auch von architektonischer Seite mit dem Sharing-Konzept Solidus. Die Begeisterung seiner renommierten Professoren, welche das Projekt betreuten, die unterstützende Rückmeldung seiner Eltern, beide erfolgreiche Architekten, und das breite Interesse der Stadt Ravensburg, weisen alle auf die Aktualität des Konzepts, das wachsende Bewusstsein in der Gesellschaft für die Sharing-Mentalität und die hervorragende und fundierte Arbeit seitens Andre hin.

 

Simon Wuttig, geboren am 15.12.1989 ist Bachelor of Arts in International Business an der DHBW Stuttgart. Seit 2010 arbeitet er bei der Firma MAHLE. Die letzten vier Jahre umfasste sein reiseintensives Aufgabengebiet die Analyse, Bewertung und Optimierung von produzierenden Unternehmen der Automobilindustrie. Nebst der Aneignung aller gängigen Produktionsprozessen konnte er sich ein umfangreiches Spezialwissen über die verschiedensten Organisationsstrukturen und deren Vor- und Nachteile aufbauen. Simon stammt aus einer selbstständigen Handwerkerfamilie und engagiert sich Zeit seines Lebens als ehrenamtliches Mitglied in der bayrischen Bergwacht, als Rettungssanitäter und Einsatzleiter.

Die Idee

Problemstellung:

Der rapide Verbrauch der Ressourcen ist zum inflationären Problem für zukünftige Generationen geworden. Die von Reichtum, Konsum und Verbrauch geprägte Gesellschaft muss sich zukünftig nachhaltiger und ressourcenschonender verhalten. Dies kann durch die intensivere Nutzung der bereits existierenden Ressourcen gewährleistet werden: Konsum- und Investitionsgüter sollten nutzenmaximierend geteilt werden („Sharing“). Zu teilen statt zu besitzen ist „the new way of life“. Die Gesellschaft entfernt sich von den Zwängen des Besitzens und legt größeren Wert auf das Sharen von Gütern. Der Besitz dient nicht mehr ausschließlich als Status, Befriedigung oder als Belohnung der eigenen Leistung, sondern der Nutzen und die Möglichkeit des temporären Gebrauchs rücken in den Vordergrund. Hinzukommt, dass in einer zunehmend globalisierten und vernetzten Welt, die durch problemlose Mobilität und eine einfache Vernetzung und Kommunikation geprägt ist, das Teilen von z.B. Wohnraum, Gütern und Wissen, leichter realisiert werden kann. Das Teilen fördert nicht nur den Umwelt- und Ressourcenschutz in einer verschwenderischen „Wegwerfgesellschaft“, sondern auch das gesellschaftliche Miteinander in einer Zeit des Ich-bezogenen Inkognito-Menschen. Sharing ist der neue Leitgedanke der jüngeren Generation, da dieser sowohl monetäre, soziale, sowie umweltschonende Aspekt vereint. Es ist somit evolutorisch unabdingbar, dass sich das Konzept Sharing nicht nur ideologisch im globalen Netz, sondern auch im täglichen gemeinschaftlichen Leben und Handeln und im Städtebild manifestiert. Ferner sind die existierenden Sharing-Ausprägungen bis dato Insellösungen, welche vielen unbekannt sind, nur Teilbereiche abdecken und keine schlüssigen und umfassenden Lösungsansatz vermitteln.

 

Vision:

Solidus ist der Name eines diversifizierten, umfassenden und modernen Lebensstils, in dessen Zentrum ein beispielloses, in Deutschland ungesehenes, Sharing-Mall-Konzept steht. Solidus ist ein gesamtheitliches Konzept, dass die historischen und gesellschaftlichen Grenzen und das Ich-zentrierte Verhalten absetzen und durch gemeinschaftliche Werte (Gleichheit, Respekt, Vertrauen, Bescheidenheit, Nachhaltigkeit) und sozialen Austausch ersetzen möchte. Solidus orientiert sich hierfür an den bestehenden Sharing-Ausprägungen und realisiert sich in Form eines revolutionären Sharing-Zentrums: In einem Gebäude, im Sinne des gesellschaftlich akzeptierten „Mall-Konzepts“, sollen nebst Wohnraum für die temporäre Nutzung in den oberen Geschossen (im Sinne eines kostengünstigen, nachhaltigen Hotels) auch Güter und Wissen (im weitesten Begriff) in den unteren Stockwerken geteilt werden. Solidus versteht sich als Leuchtturmprojekt, das bestehenden Sharing-Gedanken und Bewegungen eine reale, sich in das Stadtbild integrierende Plattform zur Umsetzung und Verbreitung bietet. Es möchte die Eintrittshürden für Sharing-Initiativen in den umkämpften Markt überwinden und einen ökonomischen Rahmen zum ökologischen Leben schaffen. Es soll ein vertrauensvolles, greifbares und generationenübergreifendes Sharing-Zentrum entstehen, welches mit gutem Beispiel den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen vorleben und Anreiz zum Mitmachen geben möchte. Der Charme von Solidus besteht in der Zusammenlegung und der daraus resultierenden Symbiose der unterschiedlichen Sharing-Ausprägungen: Alles unter einem Dach, einfach und frei erreichbar und zugänglich, diversifiziert, direktes Marketing und eine optimale und ressourcenschonende Flächenausnutzung. Durch Solidus wird die virtuelle Sharing-Welt in etwas greifbares und lokal verankertes, authentisches verwandelt und somit dem Stadtbild ergänzend hinzugefügt. Ungenutzte Gebäude in der Region/Stadt stehen im Fokus des Sharing-Mall-Konzepts. Der ressourcenschonende Gedanke soll auch hier greifen, indem das Gebäude auf modernste, energiesparende Baustandards angepasst wird. Eine Zentrale Lage ist von Bedeutung.

 

Umsetzung in die Realität: Die sieben Säulen von Solidus

-Wohnraum-Sharing

Dem modernen Lebensstils des mobilen und ungebundenen Menschen, welcher losgelöst von materiellen Besitzansprüchen in der Gesellschaft Gleichgesinnter sein „Zuhause“ findet, soll ein Heim geschaffen werden. Der moderne Reisende sehnt sich stets nach Insider-Tips, möchte ein kreatives, innovatives und smartes Wohnraumkonzept vorfinden und zieht die persönliche Interaktion dem anonymen Hotelbunker vor – sie suchen Erlebnisse.

In den oberen Geschossen der Sharing-Mall Solidus sollen große, freie Gemeinschaftsflächen entstehen. In diesen sollen, im Sinne eines höchst modularen Hotelkonzepts, einzelne Schlaf-, Bad-, und Küchen-Module frei kombinierbar sein, so dass die Bedürfnisse der Gäste je nach Grad des gewünschten Komfort und der gewünschten Privatsphäre befriedigt werden. So können Gäste entscheiden, ob im gemeinschaftlichen freien Raum durch die Kombination der verschiedenen Module ein komplettes Appartement entstehen soll, oder nur ein Schlafmodul gebucht wird, dass als kleinste Einheit die gewünschte Privatsphäre gewährleisten kann. Dieser Teil des Sharing-Zentrums ist auf den Gast einer Region / Stadt ausgerichtet, welcher über Solidus nicht nur eine erschwingliche Übernachtungsgelegenheit bekommt, sondern über die unten ausgeführten Sharing-Ausprägungen sich tägliche Gebrauchsgegenstände eines Reisenden (z.B.: Fahrrad, Auto, Regenschirm, etc.) leihen kann. Im Erdgeschoss soll für Einheimische und Gäste eine einladende Wohlfühlatmosphäre im Sinne eines Stadtwohnzimmers für den sozialen Austausch, zur Nutzung von Interessengemeinschaften und kulturellen Veranstaltungen entstehen.

→ Ziel: Ungenutzte, artfremde Gebäude und Flächen können durch die Solidus Wohnmodule schnell und flexibel aktiviert und zu Wohnraum umfunktioniert werden.

 

-Güter-Sharing

Investitionsgüter für den privaten Gebrauch sind teuer, werden oftmals nur sehr selten verwendet und benötigen Stauraum. Diese können derzeit nur zeitintensiv und umständlich über Unbekannte im Internet oder teuer bei Firmen (z.B.: Baumarkt) ausgeliehen werden.

Ungenutzte oder selten genutzte Güter / Ressourcen aus der Region sollen in den Untergeschossen von Solidus gesammelt, der Bevölkerung und Gästen zur Verfügung gestellt und somit zu geringeren Kosten für alle maximal ausgenutzt werden. Solidus würde als zentrale Anlaufstelle für Geber und Nehmer auftreten und die komplette Abwicklung effizient und vollumfänglich übernehmen. Solidus würde eine kostendeckende Gebühr für die Vermittlung, Aufbewahrung, Pflege, ggf. Reparaturen erheben. Beispiele wären: Fitnessgeräte, Fahrräder, Kleidung, Spielsachen, Instrumente Handwerksmaschinen, Küchengeräte, etc. Somit soll eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft entstehen, Produktlebenszyklen ausgeweitet und Ansporn zum Sharing geleistet werden. Gäste können bequemer mit weniger Gepäck reisen und Einheimische können sparsamer leben. Lange Suchen und individuelle, aufwändige Vermittlungen sollen vermieden werden.

→ Ziel: Ein beständiges Sortiment an selten genutzten aber essentiellen Gütern sollen durch Solidus vermittelt werden und im Sharing-Zentrum zur Verfügung stehen. Somit werden Güter nicht neu gekauft, sondern bestehende Ressourcen effektiver genutzt. Gästen und Einheimischen wird eine kostengünstige Alternative, mit größter Vielfalt und konsolidiert an einem Ort geboten.

 

-Wissens-Sharing

Im Solidus sollen nutzeroptimierte Räumlichkeiten eine physische Plattform für den Wissensaustausch bieten. Neben Co-Working-Spaces im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss welche Schreibtische, Meetingräume, Ruheräume, etc. beinhalten, sollen auch Lehrwerkstätten (z.B. Holz- und Metallverarbeitung) und -küchen zur Miete entstehen. Zentral ist auch die generationenübergreifende Wissensweitergabe und somit -erhaltung. Vorträge, Podiumsdiskussion, Projekträumlichkeiten, kulturelle Werte (Theater, Tanz, Kabaret...) sollen durch Solidus organisiert werden und hier ein Zuhause finden.

→ Ziel: Gemeinsam arbeiten, gemeinsam voneinander lernen.

 

-Güter-Recycling

Kaputte und nicht verwendete Güter sollen gesammelt, repariert und restauriert werden und Teil des Mobiliars werden oder in den Untergeschossen gesammelt werden. Die Räumlichkeiten (Gemeinschaftsräume, Lobby, Cafes, etc.) sollen als Ausstellungsflächen der Güter dienen, welche dort auch entgeltlich erworben werden können. In den Werkstätten können sich Interessierte künstlerisch austoben, handwerkliches Geschick lernen und anwenden und somit zur Wiederherstellung der Güterbeschaffenheit beitragen, die Vision der Ressourcenschonung aktiv begleiten und den Produktlebenszyklus maximieren.

→ Ziel: Thema des hier propagierten handwerklichen Ansatzes ist es, mit Vorgefundenem zu operieren, um daraus neue, dekorative und ästhetisch bereichernde Objekte zu schaffen, die achtlos Weggeworfenes in neue Wirtschaftswerte verwandelt.

 

-Food-Sharing

Ein Teil der jährlich in Deutschland ungenutzten 11 Millionen Tonnen an Lebensmitteln soll durch Kooperationen mit bestehenden Konzepten („Food-Sharing“) und Supermärkten, Unternehmen, Bauern, etc. verwertet oder umverteilt und in einer Austauschbörse zeitnah vermittelt werden. Eine Gemeinschaftsküche im Erdgeschoss unter professioneller Führung soll gerettete Lebensmittel verkochen und den Gästen, Anwohnern, und Nutzern des Sharing-Zentrums anbieten und Interessierten Kochkünste vermitteln.

→ Ziel: Menschen zu zeigen, was aus vermeidlich unbrauchbaren Lebensmitteln noch alles gezaubert werden kann. Lebensmittel sollen verwertet, dadurch länger haltbar gemacht und als fertige Gerichte im Solidus angeboten werden.

 

-Cooperationen/Umwelt

Enge Partnerschaften mit gleichgesinnten und unterstützenden Unternehmen und Organisationen der Umgebung, als auch durch die Unterstützung der Bevölkerung, soll gemeinsam der Sharing-Gedanke mit all seinen positiven Aspekten flächendeckend etabliert werden. Das Konzept lebt von der aktiven Teilnahme der Gesellschaft und fördert diese auch durch monetäre Anreize, die das Teilen von Eigentum oder das Anbieten von Dienstleistungen oder Gütern über die Sharing-Plattform mit sich bringt.

 

-Online-Plattform / App

Die Brücke zwischen der virtuellen, vernetzten Welt zum physischen Sharing Zentrum soll durch eine integrierte App-Lösung und dazugehörige online Plattform geschlagen werden. Übernachtungsmöglichkeiten, Sharing-Güter, Veranstaltungen im Sharing-Zentrum, Angebote und Nachfragen zum persönlichen Austausch, sollen nebst dem öffentlich zugänglichen Sharing-Zentrum auch in einer vernetzten online Lösung angeboten und vermittelt werden.

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Standort: Stuttgart
Gründungsjahr: 2018
Abstimmung beendet