Ökosystem Rhein-Neckar: Nichts verschieben, einfach online weitermachen (2/2)

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Glasfassade des MAFINEX Gründerzentrums in Mannheim, beklebt mit roten Buchstaben und dem Schriftzug "MAFINEX"

Die Corona-Pandemie stellt nicht nur Gründerinnen, Gründer und Start-ups vor völlig neue und nie dagewesene Fragestellungen und Herausforderungen. Auch die Start-up Ökosysteme und Akteure in der Gründungsförderung müssen sich auf die neue Situation einstellen und neue Ideen entwickeln und umsetzen. Start-up BW fragt nach in den Ökosystemen, heute in Mannheim, Heidelberg und Walldorf (Teil 2/2)

Das Start-up Ökosystem Rhein-Neckar verfügt bereits seit vielen Jahren über ein umfangreiches Unterstützungsangebot für Gründerinnen, Gründer und Start-ups in den unterschiedlichsten Branchen. Auch über die Stadtgrenzen hinaus, arbeiten die Städte Mannheim, Heidelberg und Walldorf eng zusammen, beispielweise bei den von Start-up BW geförderten Acceleratoren Up2B und Life Science Accelerator Baden-Württemberg. Start-up BW hat mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Mannheim, STARTUP MANNHEIM, dem Technologiepark Heidelberg und der innoWerft über die aktuellen Herausforderungen, Maßnahmen und die Stimmung bei den Start-ups gesprochen. 

Start-up BW: Der Up2B Accelerator legt den Fokus auf B2B-Geschäftsmodelle, die Kooperation zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen ist ein zentrales Element. Wie funktioniert das momentan?

Paul Becker (Technologiepark Heidelberg):
Ja, richtig. Für die erfolgreiche Umsetzung von B2B-Geschäftsmodellen werden beide „B“ benötigt. Es bereitet uns tatsächlich ein wenig Kopfzerbrechen, wie sich die Situation bei den etablierten Unternehmen weiterentwickelt. Sie sind als Projekt-Partner und Kunden für unsere Teams im Up2B Accelerator von essentieller Bedeutung. Auch für die Etablierten ist das eine völlig neue Situation, auf die sie sich zuerst einstellen müssen. Kontaktverbot, HomeOffice, gegebenenfalls Kurzarbeit und damit auch eine veränderte Verfügbarkeit der jeweiligen Ansprechpersonen für die Teams und uns haben selbstverständlich Auswirkungen auf die Zusammenarbeit. Inwieweit sich auch der Fokus und die Budgets für begonnene oder geplante Innovationsprojekte und Kollaborationen mit Start-ups verändern werden, wissen wir aktuell noch nicht. Wir versuchen hier weiterhin mit unseren Ansprechpartnern im Kontakt und kontinuierlichen Austausch zu bleiben, müssen die weitere Entwicklung aber abwarten.

Start-up BW: Wie verhält sich die Investoren-Landschaft in der aktuellen Situation?

Sonja Wilkens (Wirtschaftsförderung der Stadt Mannheim):
Die Investoren neigen aktuell dazu, bei Neu-Engagements zurückhaltender zu agieren. Wir sehen auf Investoren-Seite die Tendenz, dass das Kapital zusammengehalten wird, um im Notfall bereits bestehende Investments schützen zu können. Im beschriebenen Umfeld fällt es den Start-ups momentan nicht leicht, Investoren zu finden. Die Stadt Mannheim möchte hier auf kommunaler Ebene unterstützen und hat den Corona-Sidefonds für technologieorientierte Start-ups bei der Beteiligungsfonds Wirtschaftsförderung Mannheim GmbH eingerichtet.

Mit diesen Mitteln können wir einspringen, auch im Bereich der Frühphasen-Investments, wenn beispielsweise ergänzende Unterstützung neben Bundes- und Landesprogrammen notwendig ist. Als Stadt möchten wir unsere Start-ups bestmöglich unterstützen, damit sie die Krise durchstehen und als Baustein für die wirtschaftliche Zukunft Mannheims perspektivisch ihre volle Wirkung entfalten und einen wichtigen Beitrag leisten können.

Start-up BW: Das Wirtschaftsministerium hat das Frühphasen-Förderprogramm Start-up BW Pre-Seed um Start-up BW Pro-Tect erweitert, um krisengeschüttelte Start-ups zu stützen. Sie als Pro-Tect-Partner sind vor Ort die Ansprechpartner für die Start-ups. Wie ist die Resonanz der Start-ups auf das neu geschaffene Instrument?

Dr. Thomas Linder (innoWerft):
Die von uns betreuten Start-ups nehmen die vom Land geschaffenen Hilfs- und Unterstützungsangebote durch die Bank positiv auf. Bereits heute haben sich einige Startups an Start-up BW Pro-Tect hohes Interesse signalisiert. Hier sind wir in Gesprächen und klären, inwieweit dieses Start-ups die Kriterien für die Förderung erfüllen und die notwendigen Voraussetzungen mitbringen. In Abhängigkeit von der weiteren Dauer der Einschränkungen und der damit verbundenen wirtschaftlichen Entwicklung kann sich die Anzahl und Dynamik der Anfragen hier in den kommenden Wochen noch erhöhen.

Sonja Wilkens (Wirtschaftsförderung der Stadt Mannheim):
Auch bei uns haben sich Start-ups mit Bedarf gemeldet, zum aktuellen Zeitpunkt sind es allerdings weniger als wir erwartet hatten. Wie bei der innoWerft, prüfen auch wir in Gesprächen mit den Start-ups, inwieweit eine Förderung möglich sein kann und begleiten die Start-ups auf dem weiteren Weg der Antragstellung. Die Möglichkeit die Rolle des Co-Finanziers einzunehmen hat die Stadt Mannheim durch den Corona-Sidefonds geschaffen. Durch die Kombination und das Zusammenspiel mit den Bundes-, Landes- und unseren kommunalen Unterstützungsprogrammen sind wir gerüstet und gut aufgestellt, wenn in den kommenden Tagen und Wochen die Fallzahlen ansteigen sollten.

Start-up BW: Vielen Dank für die Eindrücke aus der Rhein-Neckar-Region und das Gespräch.

 

Weitere Informationen zu den Angeboten in der Region Rhein-Neckar:

Stadt Mannheim – Wirtschaftsförderung
STARTUP MANNHEIM
Corona-Sidefonds
Technologiepark Heidelberg 
innoWerft
Up2B Accelerator 
Life Science Accelerator Baden-Württemberg