Von der Schule in die Geschäftsführung

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Young Talents
Benedict Kurz, CEO Knowunity GmbH

Parallel zum Abitur ein Unternehmen zu gründen ist kein alltäglicher Karriereweg. Benedict Kurz, einer der Gründer der Knowunity GmbH, hat sich für diesen Weg entschieden und mit seinen Co-Foundern eine digitale Lernplattform entwickelt. Wir haben uns mit ihm über die rasante Entwicklung des Unternehmens, Zukunftsziele und seine eigentlichen Pläne nach der Schule unterhalten.

Start-up BW: Wie funktioniert Knowunity?

Benedict Kurz: Knowunity ist eine digitale All-in-One Lernplattform, auf der Schülerinnen und Schüler sich informieren, austauschen und Nachhilfe-Angebote in Anspruch nehmen können.

Start-up BW: Warum habt Ihr die Plattform geschaffen und welches Ziel verfolgt Ihr damit?

Benedict Kurz: Die ersten Gedanken zu dem Thema haben wir uns bereits Mitte 2019 gemacht, damals noch als Schüler. Wir waren selbst genervt von den zahlreichen Angeboten und unzähligen Social Media Plattformen und haben uns eine Plattform gewünscht, auf der wir alle benötigten Informationen finden können. Zwei Dinge sind uns bei Knowunity besonders wichtig: Lernen kann richtig cool sein, das möchten wir unterstützen und auch den Community-Gedanken voranbringen. Unsere Nutzerinnen und Nutzer lernen voneinander, das ist enorm enorm wichtig, schafft Akzeptanz und das gute Gefühl, sich gegenseitig auf Augenhöhe zu begegnen.

Start-up BW: Der Ausbruch der Pandemie und die Suche nach Lösungen für die Digitalisierung des Unterrichts hat Euch dann ordentlich Rückenwind gegeben?

Benedict Kurz: Als die Pandemie im Frühjahr 2020 ein Thema wurde und der erste Lockdown kam, waren wir noch gar nicht soweit. Die Entwicklung unserer Lösung wurde da eigentlich erst richtig gestartet. Mit unseren Mitschülerinnen und Mitschülern konnten wir in der Anfangsphase zahlreiche Kundeninterviews führen und die Ergebnisse in die weitere Entwicklung einfließen lassen. Recht zügig haben wir unser Gründungsteam um weitere Co-Founder erweitern können und dann hat das Ganze ordentlich Fahrt aufgenommen. Insbesondere die Entwicklung der Nutzerinnen und Nutzer verlief in einem unglaublichen Tempo.

Start-up BW: Klingt ein bißchen so, als hätte Euch der Erfolg selbst überrascht?

Benedict Kurz: Durchaus. Wir wussten, dass wir ein gutes Produkt haben. Ich persönlich hatte aber bis zur Gründung eigentlich ganz andere Pläne.

Start-up BW: Wie sahen die aus?

Benedict Kurz: Ich hätte mich zwischen einem Studium und einer Karriere als professioneller Tennisspieler entscheiden müssen. Nachdem die Entwicklung mit Knowunity dann dermaßen Geschwindigkeit aufgenommen hat, habe ich beide Vorhaben auf unbestimmte Zeit verschoben.

Start-up BW: Wie haben Deine Eltern reagiert, als die Idee im Raum stand, direkt nach der Schule zu gründen.

Benedict Kurz: Die waren da sehr entspannt und haben das Vorhaben unterstützt. Ich bin mit der Selbständigkeit in der Familie aufgewachsen, von daher hatte ich eine Vorstellung davon, was Unternehmertum bedeutet. Meine Eltern haben beispielsweise den Kontakt zu den Senioren der Wirtschaft vermittelt, die uns in der Anfangsphase beratend zur Seite standen und weitere wichtige Kontakte hergestellt haben.

Start-up BW: Wie konntet Ihr Euer rasantes Wachstum finanzieren und wie sehen die Zukunftspläne mit Knowunity aus?

Benedict Kurz: Wir konnten für die erste Finanzierungsrunde Business Angels von unserer Angebot und dem Team überzeugen. Relativ schnell folgte dann die Seed-Runde (Start-up BW hat berichtet). Aktuell wachsen wir weiter, wollen die global führende Lernplattform werden und sehen zahlreiche weitere Entwicklungspotentiale für unsere Plattform. Organisatorisch bauen wir unseren Standort in Berlin weiter aus und geben Vollgas in Sachen Internationalisierung.

Start-up BW: Warum (ausgerechnet) Berlin? Mehr Start-up Hype und Berghain oder gibt’s geschäftliche Gründe, warum die Hauptstadt für Euch ein attraktiver Spot ist?

Benedict Kurz: (lacht) Berlin bietet uns den Vorteil, dass wir dort einen guten Zugriff auf Talent in den Bereichen Tech, Design und Produktentwicklung haben. Auch der enge Kontakt mit unserem Investor Project A wird durch die Repräsentanz in der Hauptstadt unterstützt. Nachdem das Gründungsteam ja in Baden-Württemberg verwurzelt ist, wird der Standort in Sindelfingen aber auf alle Fälle bleiben.

Start-up BW: Abschließende Frage: Welche Eigenschaften sollten Gründungsinteressierte, Gründerinnen und Gründer aus Deiner Sicht mitbringen, um Ihr Gründungsvorhaben zum Erfolg führen zu können?

Benedict Kurz: Ich profitiere als Gründer von zahlreichen Eigenschaften, die ich mir durch den Sport auf Leistungsniveau angeeignet habe. Dazu zähle ich insbesondere Ehrgeiz und das Streben nach dem Erreichen von Zielen. Auf dem Weg dahin ist es sinnvoll, den Fokus richtig zu legen und Durchhaltevermögen zu beweisen.

Start-up BW: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

Im Nachgang zum Interview konnte Knowunity eine Series A-Finanzierung mit einem Volumen von 10 Millionen Euro erfolgreich abschließen. Wir gratulieren und wünschen weiterhin viel Erfolg.

 

Weitere informationen:

  • Mehr zu Knowunity erfahren unter www.knowunity.de
  • Die Gründer von Knowunity haben Ihre Gründungsgeschichte auch im Rahmen des Projekts Start-up BW@School mit Schülerinnen und Schülern geteilt. Zum Nachbericht
  • Mehr erfahren zu den Angeboten von Start-up BW zu Entrepreneurship Education im Bereich Start-up BW Young Talents