Die drei Gemeinden haben ihre Maßnahmen und Angebote rund um die Unterstützung von Gründungen und Nachfolgen in der Existenzgründungsoffensive Neckar-Eschach (EGON) gebündelt und berichten über ihre Erfahrungen mit dem Wettbewerb Start-up BW Local.
Start-up BW: Was hat Sie zur Teilnahme an Start-up BW Local motiviert?
EGON: Die Teilnahme an Start-up BW Local war für uns der logische nächste Schritt. Der Wettbewerb gibt uns die Möglichkeit, unsere Arbeit regelmäßig zu überprüfen, neue Impulse aufzunehmen und unser Netzwerk kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ein besonderer Mehrwert besteht darin, dass wir unser Konzept alle zwei Jahre bewusst hinterfragen: Was haben wir erreicht? Welche Maßnahmen haben sich bewährt? Wo können wir noch besser werden? Dieser kontinuierliche Verbesserungsprozess ist für uns einer der größten Gewinne des Wettbewerbs.
Start-up BW: Wie hilft Ihnen der Wettbewerb dabei, Ihre Angebote für Gründerinnen, Gründer und Unternehmensnachfolgen weiterzuentwickeln?
EGON: Der Wettbewerb lebt vom Austausch. Die Konzepte anderer Kommunen liefern wertvolle Anregungen und zeigen neue Wege auf. Gleichzeitig motiviert uns der Wettbewerb, unsere eigenen Angebote kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in unsere Arbeit ein – beispielsweise in die EGON Early-Bird-Veranstaltungen, unser Beratungsnetzwerk oder Go EGON Go. Mit diesem Angebot begleiten wir Gründungs- und Nachfolgevorhaben nicht nur durch Beratung und Vernetzung, sondern erleichtern auch den Zugang zu Mikrofinanzierungen.
Start-up BW: Sie waren bereits mehrfach dabei. Warum hat sich die Teilnahme immer wieder gelohnt?
EGON: Gründungsförderung und Unternehmensnachfolge sind Daueraufgaben. Als EGON 2012 gestartet ist, entstand vieles aus ehrenamtlichem Engagement. Mit der interkommunalen Zusammenarbeit seit 2017 und den Impulsen aus Start-up BW hat sich unser Netzwerk kontinuierlich professionalisiert. Jede Wettbewerbsrunde hat uns neue Ideen geliefert, unsere Angebote weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit der drei Gemeinden zu stärken. Der größte Gewinn ist für uns deshalb nicht allein eine Auszeichnung, sondern der kontinuierliche Lern- und Entwicklungsprozess.
Start-up BW: Welche Maßnahmen aus Ihren Wettbewerbsbeiträgen konnten erfolgreich umgesetzt werden?
EGON: Viele Ideen aus den Wettbewerbsbeiträgen gehören heute fest zu unserem Angebot. Dazu zählen die EGON-Early-Bird-Veranstaltungen, individuelle Beratungen, die enge Vernetzung mit regionalen Partnern sowie unsere Aktivitäten im Bereich der Unternehmensnachfolge. Mit Go EGON Go haben wir einen weiteren wichtigen Baustein geschaffen. Das Angebot verbindet Beratung, Vernetzung und den Zugang zu Mikrofinanzierungen – sowohl für Gründerinnen und Gründer als auch für Unternehmensnachfolgerinnen und Unternehmensnachfolger. Unser Anspruch war von Anfang an, erfolgreiche Maßnahmen dauerhaft zu etablieren, weniger wirksame Angebote weiterzuentwickeln oder zu ersetzen und offen für neue Ideen zu bleiben. Gleichzeitig ist es gelungen, das Bewusstsein für Gründung und Unternehmensnachfolge in den Rathäusern, bei den Unternehmen und in der Bevölkerung nachhaltig zu stärken.
Start-up BW: In der letzten Ausgabe haben Sie den Sprung ins Landesfinale geschafft. Wie wurde das Preisgeld eingesetzt?
EGON: Das Preisgeld haben wir gezielt genutzt, um unsere Angebote weiter auszubauen. Ein Schwerpunkt war der Relaunch unserer Internetseite mit einem besonderen Fokus auf die Unternehmensnachfolge. Darüber hinaus haben wir eine Publikation entwickelt, die regionale Unternehmensnachfolgen praxisnah beleuchtet. Sie zeigt Chancen und Herausforderungen auf, gibt konkrete Handlungsempfehlungen und unterstützt sowohl Unternehmerinnen und Unternehmer als auch potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger.
Start-up BW: Warum sollten Kommunen, die bislang noch nicht teilgenommen haben, unbedingt am Wettbewerb teilnehmen?
EGON: Start-up BW Local ist weit mehr als ein Wettbewerb. Er bietet die Chance, die eigene Gründungs- und Nachfolgekultur strategisch weiterzuentwickeln, neue Kooperationen aufzubauen und von den Erfahrungen anderer Kommunen zu profitieren. Unsere Erfahrung zeigt, dass gerade kleinere Gemeinden gemeinsam viel erreichen können. Drei Gemeinden – ein gemeinsames Ziel ist für uns weit mehr als ein Motto. Durch die Bündelung unserer Stärken konnten wir Strukturen schaffen, die jede Kommune für sich allein nur schwer hätte aufbauen können. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sind Unternehmensgründungen und gelungene Unternehmensnachfolgen entscheidend für die Zukunft eines Wirtschaftsstandorts. Sie sichern Arbeitsplätze, schaffen Innovationen und stärken die kommunale Wirtschaftskraft. Deshalb können wir jeder Kommune nur empfehlen, die Chance von Start-up BW Local zu nutzen – nicht in erster Linie wegen eines möglichen Preises, sondern wegen der wertvollen Impulse, der neuen Netzwerke und des kontinuierlichen Lernprozesses.
Start-up BW: Herzlichen Dank für das Gespräch, wir freuen uns auf Ihre Teilnahme in der Wettbewerbsrunde 2026/2027!
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