Start-up BW Elevator Pitch

Landeswettbewerb für Gründerinnen und Gründer

Minua

Über das Projekt:

Viele Still-BHs bestehen aus Plastikbestandteile und potenziell gesundheitsschädlichen Stoffen. Diese sind besonders für Frauen in sensiblen Situationen, wie die Schwangerschaft & Stillzeit gefährlich. Diese BHs können sich zudem nicht anpassen, weshalb Druckstellen und Diskomfort entstehen und zudem unterstützen sie nicht schmerzlindernd & funktional.
Minua entwickelt einen innovativen Still-BH, der sich dank eines formgedächtnisfähigen Materials an die natürlichen Veränderungen der Brust anpasst. So vereint er optimalen Komfort, zuverlässigen Halt und hohe Funktionalität – ganz ohne den Einsatz potenziell schädlicher Chemikalien, die über die Haut aufgenommen werden könnten.

Das Team

Açelya Tosun
Co-Founder & Funktion in der betriebswirtschaftliche Leitung, Finanzplanung und das Business Development.
Abschluss Bachelor und Master in Betriebswirtschaftslehre

Lara Auer
Co-Founder & Funktion in der Produktentwicklung und das Design
Abschluss staatlich geprüfte Modedesignerin

Die Idee

Im Zentrum von Minua steht ein formgedächtnisfähiger BH, der sich dynamisch an die natürlichen Veränderungen der Brust während Schwangerschaft und Stillzeit anpasst. Damit sollen typische Probleme klassischer BHs, wie Druckstellen, schlechte Passform, schädliche Chemikalien im Textil, strukturell vermieden statt nur kaschiert werden. Verkauft wird das Produkt Direct-to-Consumer über einen eigenen Onlineshop, ergänzt um ein kuratiertes Größen- und Passform-Beratungstool; langfristig ist eine Erweiterung um Wärme- und Kältefunktionen zur Schmerzlinderung sowie um eine neue Produktkategorie, einen postoperativen Kompressions-BH, geplant.

Als Kundinnen adressiert Minua vor allem schwangere und stillende Frauen im DACH-Raum. Ein Markt von rund 700.000 Geburten pro Jahr in Deutschland beziehungsweise 3,65 Millionen in Europa bei einer Stillrate von etwa 68 % mit einer geplanten Expansion in weitere EU-Märkte. Besonders angesprochen werden gesundheits- und nachhaltigkeitsbewusste Frauen, die für Komfort, Passform und schadstofffreie Materialien eine höhere Zahlungsbereitschaft zeigen. Drei eigene Konsumentenumfragen mit insgesamt rund 300 Teilnehmerinnen bestätigen dabei, dass Komfort und Passform die wichtigsten Kaufkriterien sind, viele bestehende BHs als unbequem oder schlecht sitzend empfunden werden und die Zahlungsbereitschaft für funktionale, hautfreundliche Produkte hoch ist.

Die Marktchancen ergeben sich aus mehreren Faktoren: Der globale Still-BH-Markt wird auf etwa 1,5 Milliarden US-Dollar geschätzt, gleichzeitig kennen schätzungsweise 75 bis 80 % der Frauen ihre korrekte BH-Größe nicht, was auf einen strukturellen Bedarf an besserer Passform hinweist. Für ökologische, saubere Umstandsmode besteht zudem eine Preisbereitschaft von 20 bis 30 % Aufpreis. sich Minua positioniert sich als bislang einzige Marke, die Nachhaltigkeit und adaptive, medizinisch fundierte Funktion in hohem Maße vereint. Der Markteintritt erfolgt zunächst rein digital über den eigenen Onlineshop, während Vertrauen und Reichweite über Kooperationen mit Hebammen, Stillkliniken und Stillberaterinnen sowie über Community-Aufbau mittels Social Media und Mama-Events entstehen sollen. Mittelfristig ist die Listung bei Fachhändlern und Umstandsmode-Retailern vorgesehen, langfristig eine geografische Expansion in Länder mit ähnlichen Zielgruppen und Gesundheitssystemen.

Bei der Profitabilität setzt Minua auf eine bewusste Premium-Positionierung mit hoher Marge: Der angestrebte Verkaufspreis liegt bei 79,00 Euro, die geplanten Herstellungs-, Verpackungs- und Logistikkosten bei rund 18,00 Euro, woraus sich eine Zielbruttomarge von über 70 % ergibt. Diese hohe Marge wird dadurch ermöglicht, dass der Vertrieb konsequent über den eigenen D2C-Online-Shop läuft und so Margenverluste an den klassischen Großhandel vermieden werden. Bei der Kundengewinnung verfolgt Minua einen sogenannten Blended-CAC-Ansatz, bei dem kostengünstige, organische Empfehlungen aus dem Hebammen- und Klinik-Netzwerk die teureren Klickpreise bezahlter Werbung auf Meta und Google Ads ausgleichen sollen. Zusätzlich startet der Vertrieb in limitierten, vordefinierten Produktionschargen, was als risikoarmes Launch-Modell die Shop-Conversion validiert und das Startup vor hoher Kapitalbindung durch Lagerbestand schützt. Mittelfristig soll das Einnahmemodell um B2B-Kooperationen mit Kliniken, Hebammen und Fachhändlern sowie um Community-Events ergänzt werden.

Die Nachhaltigkeit der Geschäftsidee zeigt sich sowohl auf Produkt- als auch auf strategischer Ebene. Auf Materialebene adressiert der Fokus auf schadstofffreie, hautfreundliche Textilien ein reales Gesundheitsrisiko, da bestimmte Chemikalien wie Azo-Farbstoffe, Schwermetalle, Formaldehyd, Phthalate oder PFAS über die Haut aufgenommen werden und sich sogar in der Muttermilch nachweisen lassen können, weshalb die EU dies über die REACH-Verordnung reguliert. Das formgedächtnisbasierte Material soll zudem durch seine Anpassungsfähigkeit über die gesamte Schwangerschafts- und Stillzeit hinweg passen, sodass nicht mehrere BHs in unterschiedlichen Größen gekauft werden müssen, was Textilverbrauch und Retouren reduziert. Auf Geschäftsmodellebene minimiert das schlanke D2C-Modell mit kleinen, validierten Produktionschargen Überproduktion und Lagerrisiko, und die geplante Skalierung erfolgt phasenweise vom Kernprodukt über funktionale Erweiterungen bis hin zu einer neuen Produktkategorie, was das Wachstum auf eine bereits erprobte Technologie- und Markenbasis stützt. Die langfristige Vision, die führende Marke für adaptive, hautfreundliche Dessous in besonderen Lebensphasen von Frauen zu werden, verbindet damit ökologische und gesundheitliche Nachhaltigkeit mit einem erweiterbaren, auf wiederkehrende Lebensphasen von Frauen ausgerichteten Produktportfolio.